Analyse der Corona-Statistik

Die aktuellen positiv getesteten Zahlen sind sehr hoch und scheinen weiter zu steigen und bereits die Zahlen im Frühjahr zu überflügeln. Der Anteil positiv getesteter hingegen liegt aktuell bei 2,48%; im Frühjahr ist diese Zahl auf 9% geklettert. Gleichzeitig haben wir es mittlerweile mit der 3-4-fachen Anzahl Testungen zu tun. Kein Wunder, dass die absoluten Zahlen so dramatisch steigen; überwiegend Statistik.

Ich zeige ein paar Bilder aus einer statistischen Analyse

Im nächsten Bild sieht man Corona-Viren im Vergleich zur Grippe. Worüber reden wir eigentlich:

Sehr spannend ist auch das Thema Sentinel-Proben. Das ist eine Art fortlaufende Reihenuntersuchung von Proben auf diverse Erreger. Die Corona-Viren (rot) tauchen in diesem Bild quasi nicht auf:

Hier sieht man die Anzahl der untersuchten Proben und die jeweils positiven Proben bzgl. Corona


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Inhalte

  1. Zusammenfassung
  2. Datenquellen
  3. Massiv gesteigerte Test-Zahlen seit Juni
  4. Keine zweite Welle bei den positiv Getesteten
  5. Keine zweite Welle bei den Todesfällen
  6. Altersverteilung der Positiv-Testungen
  7. Keine erkennbare Übersterblichkeit
  8. Falsch-Positiv-Testungen
  9. Die Reproduktonszahl R des RKI: keine zweite Welle
  10. Was der PCR-Test kann und was nicht
  11. Chronologien der Maßnahmen
  12. Fazit
  13. Nachschlag: Sachsen Anhalt vs. Bayern

1. Zusammenfassung

Die zweite Welle, ob gewollt oder nicht, ist ein rein statistisches Phänomen. Allerspätestens seit Anfang Juni gibt es quasi keine Gefährdung mehr. Hier die Kernaussagen dazu:

  • Der Anstieg der Covid-Fälle suggeriert eine zweite Welle, beruht jedoch einzig auf der Verdreifachung der Testungen.
  • Denn: Der Anteil positiv Getesteter, im Frühjahr bei 9%, liegt seit Juni bis heute unter 1%. Keine zweite Welle erkennbar.
  • Die Reproduktionszahl R, zu Spitzenzeiten deutlich über 3, schwankt seit 21. März um 1. Auch hier keine zweite Welle erkennbar.
  • Die Anzahl der positiv getesteten Toten stagniert seit Juni bei rund 5 pro Tag (trotz ansteigender Zahl positiv-Testungen). Keine zweite Welle!
  • Der PCR-Test weist einen Gen-Schnipsel des Virus nach, keinen reproduktionsfähigen Virus.
  • Es liegt keine erkennbare Übersterblichkeit in 2020 vor.

Anmerkung: Ich habe versucht, jede Form von Unterstellung und Polemik aus dieser Seite fern zu halten und stattdessen rein sachlich fundiert zu schreiben. Das war nicht einfach und ist sicher auch noch nicht ganz gelungen. Wenn dir etwas auffällt melde es mir gerne.


2. Datenquellen

Alle Zahlen sind diesen offiziellen Quellen (RKI und Statistisches Bundeamt) entnommen:

Wenn jemand eine Unstimmigkeit oder einen Fehler in den von mir abgeleiteten Daten entdeckt, bitte melden. Danke!


3. Massiv gesteigerte Test-Zahlen seit Juni

Der zunächst exponentielle Anstieg der positiv Getesteten (rote Kurve) im März flacht schon Ende des Monats wieder ab, obwohl die Anzahl der Testungen in etwa gleich bleibt. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine essentiellen Maßnahmen, auf die man heute vertraut.

Seit Anfang Juli steigt die Anzahl der positiv Getesteten wieder an und flaut in der zweiten August-Hälfte kurz ab. Das ist die vielbeschworene zweite Welle, die etwa ein Viertel der ersten Welle ausmacht. Dass es sie überhaupt gibt hat einzig mit dem massiven Anstieg der Testungen ab KW 26 und noch stärker ab KW 32 zu tun. Diese wird quasi verdreifacht.


4. Keine zweite Welle bei den positiv Getesteten

Wenn man 100 Menschen testet, bei wie vielen ist das Test-Ergebnis positiv? Diesen Verlauf zeigt die blaue Kurve im Diagramm. Während sie seit Juni kontinuierlich unter 1% verläuft, geht die Anzahl der positiv Getesteten (rote Kurve) stramm nach oben. Wie wir schon gesehen haben ist das einzig auf die massive Steigerung der Testungen zurückzuführen.

Das ist einfache Mathematik: Wenn ich die Anzahl der Tests durch die Anzahl der positiv Getesteten teile, erhalte ich exakt den Anteil positiv Getesteter. Dieser Wert ist seit Anfang Juni im Mittel unter 1. Für eine zweite Welle müsste er deutlich über 1 liegen. Das ist ein Verlauf, den das RKI zwar in den Quellen mit angibt, die aber medial nicht an den Normalbürger gerät.

Versuche unbedingt diesen Zusammenhang zu verstehen (oder ihn dir von jemandem erklären zu lassen, der das kann), denn er allen beweist mathematisch, dass es keine zweite Welle gibt. Wenn du meinen Diagrammen nicht vertraust, dann rufe die oben angegebenen Links zu den RKI-Dokumenten auf und vollziehe ggf. selber nach.

Belegung von Intensivbetten

Bestätigung darüber, dass es keine zweite Welle gibt bringt auch das divi.de – Intensivregister. Die Zahl der positiv Getesteten in inteisivmedizinischer Behandlung ist in diesem Diagramm seit 22.7. quasi konstant und mit aktuell 268 sehr niedrig. 6000 Betten warten geduldig auf die Welle.


5. Keine zweite Welle bei den Todesfällen

Anmerkung: Es scheint, als ob ein Fehler in der Kurve ist, weil die Spitzen zeitlich nicht zusammen fallen. Ich vermute aber, es ist ein Summierungs-Effekt bzgl. der Kalenderwochen. Für die Kernaussage des Diagramms ist das nicht von Bedeutung.

Auch hier ein exponentieller Anstieg im März, der Zenit Anfang April und das Abtauchen der Zahlen in das Testrauschen seit Anfang Juni, spätestens seit Anfang Juli [KW 27].

Ab da nicht die geringste Spur einer zweiten Welle im August oder September.

Ich habe keine Informationen über den Verlauf der Testungen bei Gestorbenen. Wahrscheinlich steigt die Kurve deswegen nicht, weil man die Anzahl der Toten pro Woche (17000) nicht so ohne Weiteres verdreifachen kann.


6. Altersverteilung der Positiv-Testungen

Die gestrichelte Kurve zeigt die positiv Getesteten je Altersgruppe. Wenn man nur diesen Verlauf sieht ist klar, warum so viele Menschen, mitten im Leben stehend, aber vielleicht mit irgendeiner Vorerkrankung, voller irrationaler Ängste sind. Wenn man jedoch die Bevölkerungszahlen je Altergruppe dazu einblendet (rote Kurve), dann zeigt sich diese Angst als vollständig unberechtigt.

Das folgende Diagramm zeigt, dass eine Gefahr für Menschen unter 60 Jahren quasi nicht besteht. Selbst unter Menschen über 80 stirbt nur etwa jeder Tausendste mit positivem Test. Wenn man nur auf die positiv Getesteten schaut ist es allerdings etwas jeder Vierte. Aber: positiv getestet bedeutet nicht automatisch infiziert (s.u.).

Wir können berechtigterweise vor vielen Krankheiten Angst haben, aber nicht vor diesem Virus.
Worum wir uns hingegen Sorgen machen sollten sind Krankheiten, die durch schlechte Ernährung, Alkohol, Zigaretten, wenig Bewegung, wenig Sonne und wenig frische Luft, wenig Schlaf, wenig Körperkontakt, dafür viel Stress und viel Einsamkeit und vieles mehr verursacht werden.


7. Keine erkennbare Übersterblichkeit

Auch die Verläufe aller Todesfälle im Vergleich mit den Vorjahren, eine Analyse der Übersterblichkeit, zeigt keinerlei Auffälligkeiten hinsichtlich Corona, auch nicht in KW 33.


8. Falsch-Positiv-Testungen

Kommen wir am Ende zum heikelsten Kapitel, denn merkwürdigerweise gibt es bei der ganzen Zahlenschlacht samt aufwändiger Ringuntersuchungen der Labore keine recherchierbaren Zahlen zur Unsicherheit bezüglich Falsch-Positiver Testergebnisse.

Das Problem darum wurde sehr anschaulich und prominent geschildert:

„Die Tests haben eine kleine, aber eben auch ’ne Fehlerquote, und wenn insgesamt das Infektionsgeschehen immer weiter runter geht und sie gleichzeitig das Testen auf Millionen ausweiten, dann haben sie auf einmal viel mehr Falsch-Positive, als tatsächlich Positive.“

Jens Spahn, 14.6.2020 in der ARD (auch hier ab Min 13:30)

Im Epidemischen Bulletin des RKI war zwischenzeitlich die Rede von „nahezu 100% bei korrekter Durchführung und Bewertung des Tests„. Und: „man gehe demnach von einer sehr geringen Zahl aus, die die Einschätzung der Lage nicht verfälsche„.

Genau, „bei korrekter Durchführung und Bewertung“ ist der entscheidende Hinweis. Ich habe mich 16 Jahre mit wissenschaftlichen Messungen und Bewertungen beschäftigt und weiß von den zahllosen Fallstricken dabei, insbesondere, wenn mehr als drei Menschen an der Prozesskette beteiligt sind. Ich habe meinen Chefs auch immer erzählt, dass meine Messungen äußerst Fehlerarm sind … bis ich angefangen habe, jedem meiner „Experten“ genau auf die Finger zu gucken.

Wenn ich mir vorstelle, dass aktuell rund 180 verschiedene Labore beteiligt sind und ein Vielfaches davon an wahrscheinlich nicht top qualifizierten Menschen in der Prozesskette, dann klingt die obige Einschätzung des RKI für mich nach einer abenteuerlich idealtypischen Welt, die es so in keiner Realität gibt.

Aus dieser Quelle könnte man hingegen den Wert „1%“ ableiten:

„Wir haben eine Population von hundert Menschen, einer ist tatsächlich erkrankt. Den einen werden sie mit dem Test erwischen und positiv identifizieren, und von den 99 Menschen werden sie aber einen ebenfalls als fälschlich positiv identifizieren bei 99 Prozent Spezifität. Und dann haben sie sozusagen zwei positive Testergebnisse, von denen nur eins stimmt. Wenn in dieser Population jetzt zehn erkrankt wären, dann haben sie zehn, die sie korrekt identifizieren, und den einen, den sie falsch identifizieren. Dann haben sie elf positive Ergebnisse, zehn sind richtig. Dann ist der Vorhersagewert viel, viel besser, obwohl sie den gleichen Test anwenden.“

Prof. Dr. Alexander Dalpke, Institutsleiter an der TU Dresden

Prof. Dalpke hat nicht von einem unter Tausend (= 1 Promille) gesprochen sondern von einem unter Hundert, also 1 Prozent. Konkret spricht er von 99% Spezifität.

Den Fall, den Prof. Dalpke in dem Zitat übrigens nicht betrachtet, den aber die Logik aufdrängt: Es gibt unter den 100 Menschen 0 Infizierte … und man findet trotzdem einen als fälschlich positiven. Das ist genau, was seit Juni passiert.


9. Die Reproduktonszahl R des RKI: keine zweite Welle

Quelle

Die Reproduktionszahl R ist ein vom RKI im Frühjahr stark herangeführter Kennwert. Mitte März beginnen deutschlandweit die folgenschweren Maßnahmen (Kontaktverbot, Schließung von Geschäften, Schulen und Kitas). Der R-Wert ist zu diesem Zeitpunkt ohne diese Maßnahmen bereits auf steilem Kurs auf Richtung unter der 1.

Seit Mai/Juni wird der R-Wert seitens RKI nicht mehr herangezogen, weil er aufgrund zu niedriger Fallzahlen „ausflippt“ und wilde Verläufe erzeugt, aus denen man nichts außer Testrauschen ablesen kann.

Beim Statistischen Bundeamt habe ich den weiteren Verlauf des R-Werts gefunden. Bis heute „tänzelt“ der er um den Wert 1. Das muss er auch, denn das ist genau die Fehlerquote des Tests. Für eine erwähnenswerte Welle müsste der R-Wert deutlich über 1 gehen.

Reproduktionszahl des Coronavirus (COVID-19) in Deutschland seit April 2020 (Stand: 17. September 2020)

10. Was der PCR-Test kann und was nicht

Eines kann er nicht und darf er auch nicht: Eine Infektion diagnostizieren.

Hier kann man sich ein bisschen tiefer in die ganze Test-Problematik einlesen. Und wer richtig abtauchen möchte schaut sich die aufschlussreiche, mehrstündige Anhörung im ACU an. Hier ein Ausschnitt und hier, auf der Petitionsseite des Deutschen Bundestages, ein Transskript des Gesprächs.

Der Effekt des PCR-Tests kann nachweisen, dass die Nukleinsäure dieses Virus, wenn der Test ausreichend spezifisch ist, in dem Patienten gefunden wird. Kann aber noch nicht sagen, ob das Virus replikationsfähig ist, also sich in dem Wirt tatsächlich vermehrt und kann auch nichts darüber aussagen, ob der Patient ursächlich dann krank wird, mit diesem Virus. Es ist eine Korrelation, wenn jemand krank ist, die Erkältung oder die Krankheitsanzeichen hat und eben sehr hohen Nachweis für die Nukleinsäure hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass das Virus ursächlich dabei ist, aber die vielen, die positiv sind ohne Symptome, da kann man gar nicht sagen, sind sie wirklich mit einer großen Viruslast befallen oder nicht.

Prof. Dr. rer. hum. biol. Ulrike Kämmerererer

Gleiches liest man auch in allen Unterlagen der Test-Hersteller; hier beispielhaft für die Fa. Roche:

„Die Ergebnisse dienen dem Nachweis von SARS-CoV-2-RNA, die bei einer Infektion in Nasal-, Nasopharyngeal- und Oropharyngealabstrichproben vorhanden ist. Positive Ergebnisse deuten das Vorhandensein von SARS-CoV-2 RNA hin, aber nicht unbedingt auf das Vorliegen eines übertragbaren Virus.“

Hier habe ich eine extra Seite zum PCR-Test angelegt


11. Chronologien der Maßnahmen

  • Hier die Chronologie der Bundesregierung.
  • Hier eine Zusammenfassung des MDR.
  • Hier eine aktuelle Zusammenfassung der derzeit gültigen Maßnahmen.

12. Fazit

Das alles lässt für einen selbstdenkenden Verstand nur einen einzigen Schluss zu:

Spätestens seit Juni
haben wir wahrscheinlich keinen nachweisbaren Corona-Virus mehr …
wie bei einer normalen Grippewelle …
wie jedes Jahr.

Aber zumindest Eines haben wir definitiv nicht:
Eine epidemischen Lage von nationaler Tragweite!


13. Nachschlag: Sachsen Anhalt vs. Bayern

Erst Anfang Oktober habe ich erfahren, dass Sachsen-Anhalt keine allgemeine MNS-Pflicht hat, ausgenommen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Und wie es heißt ist man dort auch äußerst legere: die Wenigsten tragen eine Maske (ich glaub‘ ich mache rüber…). Das hat mich aus zwei Gründen stutzig gemacht.

  1. Wieso trauen die sich das?
  2. Wieso hören wir nichts von erhöhten Infektionszahlen in diesem Bundesland?

Also habe ich mal wieder beim RKI recherchiert und das Ergebnis ist geradezu verblüffend: Sachsen Anhalt hat nach Mecklenburg Vorpommern die niedrigste Anzahl positiv Getesteter in der Republik. Wie kann das denn sein? Und ausgerechnet die schärfsten Bundesländer überhaupt, Nordrhein Westfalen und Bayern, haben die meisten positiv Getesteten. Wer kann das erklären?

Quelle: https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/page/page_0/

Wir Bürger sind es leid,
wenn die Kriterien
zur Aufrechterhaltung der Zwangsmaßnahmen
immer wieder
zugunsten ihrer Aufrechterhaltung
geändert werden.