Meine täglichen Irritationen

Wenn ich Fakten nicht verstehe, können nicht diese falsch sein,
sondern ich muss den Fehler in den Theorien suchen,
auf deren Basis ich die Fakten nicht verstehen kann.

Harald Zycha

Stand 30.5.2020

Laut RKI-Statistik gibt es nachprüfbar in der Region, in der ich lebe (das sind die Landkreise Braunschweig, Gifhorn, Wolfsburg, Helmstedt und Wolfenbüttel) in den letzten 7 Tagen rund 11 neue Covid-19 Fälle. In der Region leben rund 866.000 Einwohner.

Das heißt, dass es aktuell unter knapp 100.000 Einwohnern (z.B. eine ganze Stadt wie Helmstedt mit 91.000 Einwohnern) pro Woche 1,27 neue Covid-19 Fälle gibt. (Für ganz Niedersachsen sind es 3,43/100.000 Einwohner).

Wenn man weiter rechnet, dass eine Infektion spätestens nach 2 Wochen nicht mehr ansteckend ist, dann haben wir statistisch in einer Stadt wie Helmstedt zu jedem Zeitpunkt nicht mehr als 2,5 ansteckende Menschen. Für 2,5 ansteckende Menschen werden 99.997,5 Menschen weiterhin im Lockdown gehalten. Nur mal so mathematisch gesehen.

Mein Verstand wird auch durch die folgende Analyse beleidigt:

Das RKI schätzt die Gefährdungslage aktuell immer noch als hoch, für Risikogruppen als sehr hoch ein. Woran macht sie das fest? Hier ein Auszug aus dem aktuellen Lagebericht vom 30.5.2020:

Übertragbarkeit
Das Infektionsrisiko ist stark von der regionalen Verbreitung, von den Lebensbedingungen (Verhältnissen) und auch vom individuellen Verhalten abhängig.
Krankheitsschwere
Bei der überwiegenden Zahl der Fälle verläuft die Erkrankung mild. Die Wahrscheinlichkeit für schwere und auch tödliche Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu.
Ressourcenbelastung des Gesundheitssystems
Die Belastung des Gesundheitswesens hängt maßgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen Kapazitäten und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen (Isolierung, Quarantäne, physische Distanzierung) ab. Sie ist aktuell in weiten Teilen Deutschlands gering, kann aber örtlich hoch sein.

Die Erkrankung verläuft überwiegend mild, die Auslastung der Krankenhäuser ist in weiten Teilen gering und das Infektionsrisiko ist regional sowie von Lebensbedingungen und Verhalten abhängig.

Frage 1: Wie lässt sich daraus ein hohes Risiko argumentieren? Auch mit einem IQ von etwas über 100 bleibt mir das verschlossen.

Frage 2: Wenn sich das RKI bei dieser Gefährdungslage auf der Skala gering, mäßig, hoch und sehr hoch für hoch entscheidet, dann frage ich mich, welche Skala sie benutzen wollen wenn wir tatsächlich mal etwas wie Ebola bei uns bekommen? Dann müssen sie die Skala erweitern; vieleicht so:
gering, mäßig, hoch, sehr hoch, mega, hyper, ex-obitant, galaktisch?

Frage 3: Wer kann meinem armen, hilflosen Verstand in diesen Punkten helfen und das so erklären, dass es für einen normalen Menschen nachvollziehbar ist? Das würde mir sehr helfen, besser mit meiner Empörung klar zu kommen.

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