Ein Riss geht durchs Volk

Als jemand, dem immer schon die Meinung der Mehrheit suspekt war, der immer schon hellhörig wurde, wenn ein Experte aufstand und etwas anderes behauptete, bin ich Risse im sozialen Gefüge gewohnt. Ehrlich, ich wünschte es wäre anders, aber es ist tief verankert in mir, es ist Teil meiner Identität; und es führte und führt immer wieder dazu, dass ich mich von Menschen die mir lieb waren, wieder entfernt habe. Menschen, die den Schritt raus aus dem Mainstream nicht vollzogen haben. Ich wünschte ich könnte mich ganz unbeschwert an Stammtisch-Gesprächen beteiligen und damit Teil der jeweiligen Gemeinschaft bleiben, aber ich sitze da und denke: wie kommt es bloß, dass ihr euch in all dem so sicher sein könnt. Wie kommt es, dass ihr eine andere Perspektive nicht ertragen könnt … und dann bin ich irgendwann raus. Traurig zwar, aber raus.

In sehr reflektierten Momenten wird mir bewusst, dass auch ich Überzeugungen habe und dort dann unverrückbar in meiner Wirklichkeitskonstruktion verharre und keine anderen Perspektiven ertragen kann … so ja auch in dieser Sache.

Wir machen das Beste draus …

Da gibt es eine größere Lebensgemeinschaft, die wir sehr schätzen, von der wir uns sehr angezogen fühlen, weil sie sehr besondere Werte vertritt und lebt. Und als die Corona-Verblendung langsam Form annahm haben wir definitiv auf ein Statement aus dieser Gemeinschaft gewartet, das sich vom Üblichen abhebt. Aber es kam lange nichts. Und als dann etwas kam war die Ernüchterung groß. Im weitesten Sinne war das Statement eher eine Einreihung in den Mainstream; geschmückt mit „wir machen das Beste draus“. Ich kann nur spekulieren, wie es dazu kam. Meine Hypothese ist: es geht bzgl. dieser Frage ein Riss auch durch diese Gemeinschaft und sie waren nicht in der Lage, ein klares Statement in die eine oder andere Richtung zu machen. So wie ich sie kenne haben sie sicher in einem offenen und ehrlichen Prozess lange miteinander gerungen. Und das Ergebnis war der Minimal-Konsens.

Es zerreißt das bestehende soziale Gefüge

Eine Freundin erzählte mir heute von einem geplanten jährlichen Urlaub im Freundeskreis. Sie ist auch eher kritisch bzgl. der Corona-Panik und ihr Mann fast rebellisch. Der Freundeskreis hingegen ist überwiegend voller Corona-Angst und Verordnungsunterordnung. Man darf gespannt sein, ob dieser Urlaub stattfinden wird, und wenn ja, wie er ausgeht. Ich wage eine Wette, dass dieser Freundeskreis nicht mehr derselbe sein wird.

Ich selbst hatte kürzlich ein regelmäßiges Treffen in einer kleinen Gruppe, in der wir sowas wie eine geistige Heimat bzgl. unserer Profession pflegen. Ich genieße das immer sehr, denn es sind Menschen, die auch anders und sehr Wahrheitssuchend auf viele Dinge gucken. Trotzdem habe ich nur sehr zögerlich meinen Standpunkt zu Corona preisgegeben; ich hatte da schon so ein Bauchgefühl. Und tatsächlich stieß ich teilweise auf großes Unverständnis. Eine ungewohnt kontroverse Diskussion spannte sich auf, in der ich zumindest auf der argumentativen Ebene auf wackeligen Beinen stand. Ich spürte und spüre den Riss. Es bleibt eine Irritation zurück, ein Gefühl der Verletztheit und Traurigkeit. Ich hoffe das überwinden zu können und wieder an alten Zeiten anknüpfen zu können. Der Riss wird trotzdem bleiben.

Es verhindert vernünftige Lösungen

Ich spüre den Riss im Kollegenkreis, im Wohn-Umfeld, im Freundeskreis. Und ich denke, dass er sich kreuz und quer durch die Republik zieht. Überall in den Institutionen, Teams, Gemeinschaften kommt es zu einer Lähmung. Dieses Thema ist nur äußerst schwer besprechbar, weil sich durch die starken Ängste bei so vielen eine dogmatische Haltung eingestellt hat. Und bei Menschen wie mir die entgegengesetzte dogmatische Haltung. Und aus einem Dogma heraus können keine konstruktiven Gespräche, Verhandlungen und Ergebnisse hervorgehen.

Nehmen wir an, die Crew eines Supermarktes macht sich Gedanken darüber, wie sie mit dem Thema Corona umgehen sollen. Es reicht, wenn nur einer im Team Panik schiebt und starke Maßnahmen einfordert. Z.B., dass sich jemand an den Eingang stellen soll und die Einkaufswagen-Griffe desinfizieren soll. Und obwohl führende, anerkannte Virologen wie Prof. Streeck bei seinen Analysen ins Heinsberg keine aktiven Viren auf Türgriffen Handys, Katzen und allem möglichen nachweisen konnte und man davon ausgehen kann, dass das nicht der Übertragungsweg ist. Und obwohl gängie Desinfektionsmittel nicht geeignet sind, Viren zu töten (das ist alles nachlesbar … sogar in Mainstrem-Medien): Es wird sich aus verschiedensten Gründen keiner widersetzen. Alle werden, zum Teil zähneknischend, diese Maßnahmen umsetzen, auch wenn sie sie für unvernünftig und masslos halten. Ich nehme mich nicht aus. Ich halte, nachdem ich mir etliche kritische Virologen und Epidemiologen angehört habe, die Maßnahmen allesamt für vollständig unangemessen und ich habe auch nicht die geringste Angst vor Ansteckung. Trotzdem widersetze ich mich im Arbeitskontext nicht den Anordnungen – zumindest solange jemand zusieht. Ich ordne mich also unter, mache mit, kapituliere vor dem sozialen, ökonomischen und juristischen Druck. Wie die aller aller meisten auch.

Unserer Demokratie ist in Gefahr

Wir sind in Gefahr, weil es in dieser Situation und mit diesem angstmachenden Thema so verdammt leicht ist, die Mehrheit der Menschen in die Unterordnung zu bringen. Wir haben uns und unsere Eltern immer gefragt: wie konnte das damals passieren? Jetzt wissen wir es. Es ist ganz leicht.

Zu viele einflussreiche Firmen und Institutionen haben einen Vorteil davon, dass es läuft wie es gerade läuft und es den Boden bereitet, auf dem ihre Saat aufgeht.

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