Eine ganz persönliche Reflexion zur Corona-Krise

Ich mache mir Sorgen.
Ich mache mir Sorgen um unsere Demokratie und um unsere Grundrechte.
Ich mache mir Sorgen um die schweren Folgen der Entscheidungen, die von den Regierungen weltweit getroffen wurden und werden.

Ich will, dass meine Kinder in einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft aufwachsen können; so wie ich das konnte (danke dafür!).

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Wir sind in eine Situation geraten, in der Entscheidungen mit äußerst folgenschweren wirtschaftlichen, sozialen und psychischen Auswirkungen weltweit getroffen wurden und werden.

Wir sind in eine Situation geraten, in der sogar anerkannte Experten, die eine andere Sichtweise äußern durch Medien denunziert und als Verschwörungstheoretiker abgetan werden.

Wir sind in eine Situation geraten, in der in einem Bundesland Quarantäne-Verweigerern damit gedroht wird, sie in Psychiatrien zu sperren.

Wir sind in eine Situation geraten, in der sich das Lesen eines Buches alleine auf einer Parkbank von einer Behörde als gefährlich eingestuft und verboten wird.

Wir sind in eine Situation geraten, in der viele Menschen in Panik geraten und mit Mundschutz und Handschuhen durch die Straßen laufen, obwohl sogar Prof. Dr. Drosten in seinem Podcast beim NDR andeutet, dass das kein wirksamer Selbst-Schutz ist. Mundschutz schützt jene, die auf dem OP-Tisch liegen, nicht die Chirurgen.

Wir sind in eine Situation geraten, in der die, für die diese Maßnahmen gedacht sind, die Alten, Kranken und Schwachen, einsam und ohne Begleitung durch ihre Lieben und ohne Seelsorger leben und sterben müssen. Ich kenne ein konketes Beispiel und es macht mich unglaublich wütend und traurig.

Wir sind in eine Situation geraten, in der diejenigen, die ärztliche Hilfe und Operationen dringend benötigen, abgewiesen werden, obwohl die Kapazitäten nachweislich vorhanden sind.

Wir sind in eine Situation geraten, in der die Aussagen von renomierten Wissenschaftlern als Fake-News bezeichnet werden, während massenhafte tatsächliche Fake-News ernst genommen werden und die Panik weiter schüren. (z.B. ein Foto von vielen Särgen in einer Halle in Italien. Nachweislich aus 2014. Wenn man sich die Mühe macht zu recherchieren, kann man oft News dieser Art widerlegen oder zumindest ihre zweifelhafte Botschaft in Frage stellen).

Wir sind in eine Situation geraten, in der ganz sicher davon auszugehen ist, dass die Maßnahmen dazu führen, dass häusliche Gewalt, (Kindes-)Missbrauch und Suzid zunehmen. Natürlich insbesondere in den vielen sozialen Brennpunkten.

Wir sind in eine Situation geraten, in der aufgrund der getroffenen Maßnahmen mittlerweile reihenweise kleine und große Unternehmen Insovenz anmelden. In der wahrscheinlich massenhaft Menschen ohne Einkommen dastehen werden. In der abzusehen ist, dass insbesondere in den von uns abhängigen armen Ländern Menschen in die Armut und den Hungertod gehen werden.

Wir sind in eine Situation geraten, in der die getroffenen Maßnahmen möglicherweise signifikant größeren Schaden anrichten als sie verhindern sollten.

Wir sind in eine Situation geraten, in der wir Angst haben, diese offensichtlichen Absurditäten überhaupt zu benennen, nicht mal in unserem eigenen Bekanntenkreis.

Wir sind …
… das Volk!

Ich bin in eine Situation geraten, in der ich das in mir spüre, was ich kaum gegen Aufrüstung in den 70ern, gegen Umweltverschmutzung in den 80ern, gegen Waldsterben und Ozonloch in den 90ern, gegen die zunehmende Überwachung durch Institutionen und Unternehmen sowie den Klimawandel in den letzten 20 Jahren in mir gespürt habe:
Einen großen Ärger, eine große Traurigkeit und Angst und:
Die daraus resultierende Bereitschaft, für meine Freiheit und demokratischen Grundrechte zu gehen, für eine saubere Wissenschaft, für eine saubere politische Meinungs- und Entscheidungsfindung.

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Es geht hier um uns. Um jeden Einzelnen von uns, um mich, um Dich. Es geht um unsere Freiheit und um unser Selbstbestimmungsrecht. Es geht um unsere Gesundheit und um unser Wohlergehen, und zwar ganzheitlich betrachtet … und das beschränkt sich nicht nur auf die Grenzen Europas. Ich spreche von der Weltgemeinschaft. Es geht um unsere Demokratie.
Wir müssen sie uns bewahren, ehe sie uns entgleitet. Sie ist einst mühsam errungen und teuer mit viel Leid und Tod bezahlt worden. Sie hat viele Schwachstellen und ist durchaus kritikwürdig, aber sie das Beste, was wir jemals hatten, was wir haben … und ich kämpfe dafür, dass ich nicht eines Tages meinen Kindern sagen muss: „Sie war das Beste was wir einmal hatten“. Für den Augenblick muss ich das aber leider schon so sagen: es war einmal :-(.

Wir alle sind als Menschen sehr anfällig dafür, uns einem Glauben, einer Haltung, einer Idee zu verschreiben; soweit, dass unser Denken und unser Handeln sich überwiegend daraus generiert. Ich wünschte, es wäre anders, aber auf mich trifft das natürlich genauso zu. Wir akzeptieren kaum, dass unsere Welt komplex und undurchdringbar ist, dass es, wenn man nur genau genug hinschaut, fast nie Eindeutigkeiten gibt und sich die Dinge auch verändern.
Und wir umhüllen uns unablässig mit Filterblasen, mit Wirklichkeitskonstruktionen, aus denen heraus wir unsere Leben gestalten und Entscheidungen treffen. Das ist überwiegend auch in Ordnung und es zieldienlich, weil wir in der Regel auch anpassen und korrigieren können. Und es ist das einzige, was wir können. Keine hat Zugang zur Realität.

Wir sind in dem Glauben und in der Hoffnung, dass es eine eindeutige Wissenschaft gäbe, die unumstößliche Antworten kennt oder zumindest erringen kann. Jeder, der einmal ernsthaft versucht hat wissenschaftlich zu arbeiten weiß, dass das eine Illusion ist. Es gibt immer nur eine herrschende Meinung unter Wissenschaftlern (z.B. „die Erde ist eine Scheibe“) … und wer diese nicht teilt ist raus. Also ordnen sich aus nachvollziehbaren, existenziellen Gründen die allermeisten unter.

In Situationen wie diesen sind derartige Phänomene allerdings fatal, weil die Auswirkungen der Entscheidungen so folgenschwer und irreversibel sind. Ein soziales System sägt sich den Ast ab, auf dem es sitzt.

Es ist für jeden von uns eine heroische Anstrengung, die eigenen, mühsam errungenen Wirklichkeiten wieder in Frage zu stellen und die Dinge aufrichtig auch aus anderen Perspektiven zu betrachten und zu bewerten und uns einzugestehen, dass wir keinen wirklichen Zugang zur Wahrheit haben (warum das so schwer ist erklärt Paul Watzlawick weiter unten auf dieser Seite). Es ist mit Scham und Schuldgefühlen verbunden und wir erleiden unter Umständen sogar einen wirtschaftlichen Nachteil. Aber wie sagte Prof. Hockertz so schön: es wäre ein Alleinstellungsmerkmal (USP) für die aktuell regierenden Politiker.

Und es ist eine heroische Herausforderung, uns nicht von unseren gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen, überzogenen Ängsten leiten zu lassen.
In dieser existenziell bedrohlichen Situation ist genau das aber von besonderer Bedeutung.

Es gibt jede Menge Material im Internet, das neben dem Mainstream auch andere Perspektiven beleuchtet, jeweils natürlich auch nur aus der eigenen Wirklichkeit heraus, aber die Summe aller Perspektiven erlaubt es uns, in schwierigen Situationen tragfähige, zieldienliche Entscheidungen zu treffen und ggf. dynamisch anzupassen.
Das dauert und ist anstrengend … und es muss dennoch sein.

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Ich habe übrigens „Wir sind in eine Situation geraten…“ geschrieben, weil ich nicht von einer Verschwörung ausgehe.
Es ist ein kollektives, wechselwirkend aufeinander bezogenes Geschehen mit einer nicht kontrollierbaren Richtungsentwicklung.
Aber sehr wirksam darin ist ganz sicher eine Vielzahl verschiedenster politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Interessen, die die Entwicklung begünstigen.
Und ganz bestimmt werden diese Interessenten Mechanismen wie z.B. Angstverstärkung unterstützen.
Und ganz bestimmt gibt es Menschen, Institutionen und Unternehmen, die sehr von der Situation profitieren können und werden und die die Gunst dieser Stunde auch ganz sicher nicht an sich vorbei streichen lassen werden … so menschlich.
Aber es ist eben ganz sicher keine Verschwörung einer kleinen oder großen Gruppe von Menschen.
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Hier ist nur eine von vielen Zusammenstellungen von Nicht-Mainstream-Perspektiven. Darunter sind sehr seriöse und (bisher) anerkannte Wissenschaftler, aber auch Menschen, die aus ihrem Ärger heraus polemisch aggieren und selber das tun, was sie dem Mainstream vorwerfen. Das macht es schwer, die guten Argumente herauszufiltern; aber sie sind meines Erachtens enthalten:

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Ach ja:
Ich habe mir oft die Frage gestellt, wer ich wohl im 3. Reich gewesen wäre.
Ich habe mir oft die Frage gestellt, wer wohl die Menschen um mich herum im 3. Reich gewesen wären.
Ich stelle mir diese Frage auch jetzt wieder, insbesondere auch mit Blick auf die aktuellen Politiker, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter.

Die Antworten fallen nicht günstig aus, leider auch nicht für mich. Soviel ist sicher: zur Weißen Rose hätte ich nicht gehört :-(. Ich würde wohl nicht mein Leben für meine Freiheit geben. Ich hätte wahrscheinlich das Land irgendwann verlassen…

Und Du?

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