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66 kleine Weisheiten


1. Perspektiven

Jede Sache hat drei Seiten:
eine, die du siehst,
eine, die ich sehe,
und eine, die wir beide nicht sehen.

Chinesisches Sprichwort

park

2. Motivation

Wenn du ein Schiff bauen willst,
so trommle nicht die Männer zusammen,
um Holz zu beschaffen,
Werkzeuge vorzubereiten und Aufgaben zu vergeben,
sondern lehre sie
die Sehnsucht nach dem endlosen Meer.

Antoine de Saint-Exupèry

ruhiger Fluss

3. Abwertung

Vier Fragen, die mir helfen,
wenn ich denke, dass etwas falsch an jemandem ist:
1. Ist das wahr?
2. Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
3. Wie reagiere ich, wenn ich diesen Gedanken glaube?
4. Wer wäre ich ohne den Gedanken?
5. Umkehrung des Gedanken

Byron Katie

Allee

4. Spiegelungen

Wenn ich etwas gründlich hasse,
ohne recht zu wissen warum,
so kann ich davon ausgehen,
dass ich etwas davon
in mir trage.

Friederich Hebbel

Spiegelung

neu

5. Carpe Diem

Keiner von uns kommt lebend hier raus.
Also hört auf, euch wie ein Andenken zu behandeln.
Esst leckeres Essen.
Spaziert in der Sonne.
Springt ins Meer.
Sagt die Wahrheit und tragt euer Herz auf der Zunge.
Seid albern. Seid freundlich. Seid komisch.
Für nichts anderes ist Zeit.

Anthony Hopkins

Fluss

6. Richtigkeit

Der Schnee fällt;
Jede Flocke an ihren Platz.

Zen-Weisheit

Dornen

7. Befreiung

Wenn Ich loslasse,
was in mir ist,
wird es mich freimachen;
wenn ich festhalte,
was in mir ist,
wird es mich zerstören.

Zen-Weisheit

Laub

neu

8. Erkennen

Du musst Deine Augen schließen.
Ansonsten...siehst Du gar nichts

Alice (im Wunderland)

helle leichte Gräser

9. Visionen

Damit das Mögliche entsteht,
muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.

Hermann Hesse

Strandkörbe

10. Feedback

Wir können einander mitteilen,
wie wir dies oder jenes wahrgenommen und erlebt haben.
Deuten und interpretieren kann aber jeder nur sich selbst.

Hermann Hesse

Strohhalme

11. Ego

Der Verstand an sich ist nicht gestört.
Er ist ein wunderbares Werkzeug.
Die Störung beginnt,
wenn ich mein Selbst in ihm suche und
ihn fälschlicherweise für das halte, was ich bin.
Dann wird er zum Ego-Verstand und
übernimmt die Macht über mein ganzes Leben.

Eckhard Tolle

finsterer Wald

12. Wirklichkeit

Wenn sich das Bewusstsein verändert,
gibt die Wirklichkeit nach.

danke Michael

Raps Wald und blauer Himmel

13. Wahrheit

Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners.

Heinz von Foerster (Buchtitel)

Baum  und blauer Himmel

14. Lüge

Zum Recht des Wahrheitssuchenden gehört es,
forschen und abwägen zu dürfen.

Und wo immer dieses Zweifeln und Wägen verboten wird,
wo immer Menschen verlangen,
dass an sie geglaubt werden muss,
wird ein (gotteslästerlicher) Hochmut sichtbar,
der nachdenklich stimmt.

Wenn nun jene, deren Thesen sie anzweifeln,
die Wahrheit auf ihrer Seite haben,
werden sie alle Fragen gelassen
hinnehmen und geduldig beantworten,
und sie werden ihre Beweise und ihre Akten nicht länger verbergen.
Wenn jene aber lügen, dann werden sie nach dem Richter rufen.
Daran wird man sie erkennen.

Wahrheit ist stets gelassen.
Lüge aber schreit nach irdischem Gericht!

Pfarrer Viktor R. Knirsch aus Kahlenbergerdorf

Raps

15. Kommunikation

Bevor du sprichst,
lasse deine Worte
durch drei Tore schreiten.

Beim ersten Tor frage:
"Sind sie wahr?"

Am zweiten Tor frage:
"Sind sie notwendig?"

Am dritten Tor frage:
"Sind sie freundlich?"

Sufi Sprichwort

Kreidefelsen

16. Grundbedürfnisse

Die natürlichen Grundbedürfnisse des Menschen sind:
Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf.
Dafür müssen Sie entweder arbeiten,
oder Sie bekommen es von jemandem.
Wenn das die einzigen Bedürfnisse sind,
ist es nicht schwer, sie zu erfüllen.
Sich selbst diese Grundbedürfnisse vorzuenthalten,
ist kein Zeichen von Spiritualität;
aber mehr als Nahrung, Kleidung und Unterkunft zu verlangen,
ist Ausdruck eines neurotischen Geisteszustandes.

U.G. Krishnamurti

Kreidefelsen

17. Lernen

Das Nützlichste,
was ich für das Leben lernen kann:
Alles verlernen, was nicht wahr ist.

Aristoteles

Wissen ist eine Lernbehinderung.

Fritz Simon

Gischt

18. Spiegelbilder

Was immer du über mich denkst, so werde ich sein.
Denn diese Gedanken können nur deine sein.
Und wie immer du mich sehen willst,
du schaust letztendlich in dich selbst.
Denn... ich bin doch nur du.
Die Welt ist das Spiegelbild deiner selbst.
Also kann auch ich nur Teil deines Spiegelbildes sein.
Nichts weiter!

Hermann R. Lehner

Krater auf La Palma

19. Beziehungen

Wir wollen alle geliebt werden.
Werden wir nicht geliebt,
wollen wir bewundert werden.
Werden wir nicht bewundert,
wollen wir gefürchtet werden.
Werden wir nicht gefürchtet,
wollen wir gehasst und missachtet werden.
Wir wollen ein Gefühl
in unseren Mitmenschen auslösen,
ganz gleich, um welches es sich dabei handeln mag.
Die Seele zittert vor der Leere
und sucht den Kontakt um jeden Preis.

Hjalmar Söderberg

Großer Krater auf La Palma

20. My Day

"Welchen Tag haben wir?" fragte Pooh.
"Es ist heute," quieckte Ferkel.
"Mein Lieblingstag!" sagte Pooh.

Pooh der Bär

Sonnenstrahlen

21. Zukunft

Wenn unser Leben die Summe der Entscheidungen ist,
die wir getroffen haben,
dann können wir nicht ändern wer wir sind,
doch wir können mit jeder neuen Entscheidung ändern
wer wir sein werden.

Autor?

Tikal, TEmpel 3

22. Festgefahren

Wir verfolgen hartnäckig den Weg,
den wir gewählt haben,
aber nur selten das Ziel.

Friedrich Nietzsche

Sonnenaufgang, Tikal, Tempel 3

23. Wachstum

Wenn ein Kind kritisiert wird,
lernt es zu verurteilen.
Wenn ein Kind angefeindet wird,
lernt es zu kämpfen.
Wenn ein Kind verspottet wird,
lernt es, schüchtern zu sein.
Wenn ein Kind beschämt wird, lernt es,
sich schuldig zu fühlen.

Wenn ein Kind verstanden und toleriert wird
lernt es, geduldig zu sein.
Wenn ein Kind ermutigt wird,
lernt es, sich selbst zu vertrauen.
Wenn ein Kind gelobt wird,
lernt es,sich selbst zu schätzen.
Wenn ein Kind gerecht behandelt wird,
lernt es, gerecht zu sein.
Wenn ein Kind geborgen lebt,
lernt es zu vertrauen.
Wenn ein Kind anerkannt wird,
lernt es, sich selbst zu mögen.
Wenn ein Kind in Freundschaft aufgenommen wird,
lernt es, in der Welt Liebe zu finden.

Tibetisches Mantra

Sonnenuntergang Wildschönau

24. Entscheidung

In dem Augenblick,
in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt,
bewegt sich die Vorsehung auch.
Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären,
geschehen um einem zu helfen.
Ein ganzer Strom von Ereignissen
wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung,
und er sorgt zu den eigenen Gunsten
für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle,
Begegnungen und materielle Hilfen,
die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte.
Was immer Du kannst, beginne es.
Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie. Beginne jetzt.

Johann Wolfgang v. Goethe

DerMond über Trarego

25. Irrtümer

Das Schlimmste, was der Physik
sowie mancher andern Wissenschaft widerfahren kann, ist,
dass man das Abgeleitete für das Ursprüngliche hält und,
da man das Ursprüngliche aus Abgeleitetem nicht ableiten kann,
das Ursprüngliche aus dem Abgeleiteten zu erklären sucht.

Dadurch entsteht eine unendliche Verwirrung,
ein Wortkram und eine fortdauernde Bemühung,
Ausflüchte zu suchen und zu finden,
wo das Wahre nur irgend hervortritt und mächtig werden will.

Johann Wolfgang v. Goethe

Krater auf La Palma

26. Gleichwürdigkeit

Wenn ich etwas gelten will,
muss ich andere gelten lassen

Johann Wolfgang v. Goethe

Wolkengewebe

27. Change

Wenn ich etwas ändern will
muss ich etwas ändern.

Autor?

Wolken über Wildschönau

28. Perspektivwechsel

Urteile nicht über jemanden,
wenn du nicht mindestens einen Mond
in seinen Mokassins gelaufen bist.

Indianisches Sprichwort

glitzernde Schneelandschaft

29. Kopfgefängnis

Solange ich mir einbilde,
etwas nicht tun zu können,
solange ist es mir unmöglich,
es zu tun.

Spinoza

Segelboot im Sonnenuntergang

30. Einsatz

Ob du erzählt bekommst,
du hättest eine 90%ige Chance
oder eine 50%ige
oder eine 1%ige,
spielt keine Rolle.
Du musst glauben und du musst kämpfen.

Lance Armstrong
(der Spruch ist wunderbar; sein Autor war wohl eher ein Meister des Betrugs)

Strohballen

31. Anfangen

100% der Schüsse,
die ich nicht abfeuere,
gehen daneben.

Wayne Gretzky
(Eishockeyspieler)

Eiffelturm von unten

32. Scheitern und Gelingen

Glaube ich an mein Gelingen,
so werde ich wahrscheinlich recht behalten.
Glaube ich an mein Scheitern,
werde ich mit Sicherheit recht behalten ...

Autor?

Hauptbahnhof Berlin

33. Jetzt und hier

Das Ende des Wünschens liegt nicht im Tod,
sondern im immer neuen Wahrnehmen des Lebens,
das uns mit Überfluss versorgt - in jedem Augenblick.

Ich mische mich nicht mehr in meine Zukunft ein -
und die Vergangenheit lass ich ungestört vergangen sein.
Ich flüchte weder in Erinnerungen noch Erwartungen.
Ich bleibe in der Gegenwart.
Was immer sie bringt, bringt mich dem Eigentlichen näher.

Ich habe nichts zu verlieren und nichts zu gewinnen.
Ich bin, was kommt, und ich bin, was geht.

In immer tieferer Gelassenheit
gehe ich durch Gewinn und Verlust -
im Wissen, dass eines das andere braucht.

Nichts geht, wie ich es will; alles geht seinen eigenen Weg.
Ich habe keine andere Wahl, als nachzugeben und zu folgen.

Dies zu erkennen und nicht dagegen anzukämpfen,
bedeutet, sich zu befreien.

Ich glaube an den Augenblick, denn er allein birgt Glück.
In seiner Tiefe löse ich mich in schieres Leben auf
und vergesse mich im Genuss der Hingabe.

Hans Kruppa

Kids

34. Verändern

Ich muss die Veränderung sein,
die ich in der Welt sehen will.

Ghandi

Santa Clara

35. von Kindern lernen

Es ist viel interessanter
von Kindern zu lernen,
als ihnen beizubringen,
wie man sich benimmt,
wie man lebt
und wie man funktioniert.

U.G. Krishnamurti

3 Kids

36. Erziehung

Erziehung ist eine 24-Stundenbotschaft an das Kind:
Ich bin noch nicht zufrieden mit Dir. Du bist noch nicht genug.
Das ist sehr destruktiv.
~ ~ ~
Alles erzieht: wie wir reden, uns verhalten, miteinander umgehen,
wofür wir uns interessieren, alles erzieht ...
nur Erziehung, die erzieht nicht.
~ ~ ~
Kinder testen niemals Grenzen,
Kinder suchen ihre Eltern.
~ ~ ~
Kinder brauchen keine Grenzen,
Kinder haben Grenzen.

Jesper Juul

Africane

37. Meine kleinen Spiegel

Wenn es etwas gibt, was wir an unseren Kindern ändern wollen,
sollten wir es zuerst untersuchen und herausfinden,
ob es nicht etwas ist,
was wir besser in uns selbst ändern sollten.

C. G. Jung

Junge

38. Wachstum

Gras wächst nicht schneller,
wenn ich daran ziehe.

Autor?

Kafountine

39. Kopfgefängnis

Einem Dompteur gelingt es,
einen Elefanten mit einem ganz einfachen Trick zu beherrschen.
Er bindet das Elefantenkind mit einem Fuß
an einen großen Baumstamm.
So sehr es sich auch wehrt, es kann sich nicht befreien.
Ganz allmählich gewöhnt es sich daran,
dass der Baumstamm stärker ist als es selbst.
Wenn der Elefant erwachsen ist und ungeheure Kräfte besitzt,
braucht man nur eine Schnur an seinem Bein zu befestigen
und ihn an einen Zweig anzubinden.
Und er wird nicht versuchen, sich zu befreien,
denn er erinnert sich daran,
dass er diesen Versuch unzählige Male vergebens unternommen hat.

Wie bei den Elefanten
stecken auch unsere Füße nur in einer dünnen Schlinge.
Doch da wir von Kindsbeinen an die Macht jenes Baumstammes gewohnt sind,
wagen wir nicht uns zu wehren.
Und vergessen darüber, dass es nur einer einfachen,
mutigen Tat bedarf, um unsere Freiheit zu erlangen.

Paulo Coelho

Snowboard

40. Mein? Kind

Mein Kind ist nicht mein Kind.
Sie ist die Tochter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommt durch mich, doch nicht von mir;
und obwohl sie mit mir ist,
gehört sie mir doch nicht.
Ich darf ihr meine Liebe geben,
aber nicht meine Gedanken,
denn sie hat ihre eigenen Gedanken.
Ich darf ihrem Körper ein Haus geben,
aber nicht ihrer Seele,
denn ihre Seele wohnt im Hause von morgen,
das ich nicht besuchen kann,
nicht einmal in meinen Träumen.
Ich darf mich bemühen, wie sie zu sein,
aber nicht versuchen,
sie mir ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts,
noch verweilt es im Gestern.
Ich bin der Bogen, von dem mein Kind
als lebender Pfeil ausgeschickt wird.

Angelehnt an
Khalil Gibran (aus: "Der Prophet")

Eltern und Kind

41. Augenhöhe

Das wichtigste ist,
dass wir alle Menschen sind;
nicht Eltern und ihre Kinder, die gehorchen müssen.

frei nach Pär Ahlbohm

Spirituelles Elternschaft

42. Erwartungen

Die Erwartungen der anderen
sind die Erwartungen der anderen

Handstand

43. Meine Hindernisse

Nicht weil es schwer ist fange ich nicht an,
weil ich nicht anfange ist es schwer.

Autor?

Freak in Miami

44. Ja zu dem was ist

Das Glück besteht nicht darin,
dass ich tun kann, was ich will,
sondern darin,
dass ich auch immer will, was ich tue.

Leo Tolstoi

Bauch im Strandkorb

45. Utilisieren

I can't stop the waves
but I can learn to surf

Autor?

Nacht am Maschsee

46. Begegnung

Zur Liebe gehört,
dass ich einen Menschen da aufsuche, wo er ist,
und nicht dort, wo ich ihn schon haben möchte.

Adolf Körberle

Drei Damen, CSD, Berlin

47. Freier Wille

Ich kann meine Eltern nicht auswählen,
also habe ich auch keine Wahl in Bezug auf meine Umgebung.
Ich kann meine Gene nicht auswählen.
Ich kann nicht bestimmen, was für Gedanken mir in den Sinn kommen.
Ich kann nicht bestimmen, was ich sehe und höre.
Ich kann die Reaktionsweise meines Gehirns nicht bestimmen.
Und doch ist meinem denkenden Geist nichts so teuer wie die Idee,
dass er einen freien Willen hat.

Ramesh S. Balsekar

Schattenrosen

48. Ganzheitlichkeit

An einem Tropfen kann ich nicht
das Wesen des Meeres ersehen.

Autor?

Symbiose eines Baums mit einem Zaun

49. Bedürfnisse

Es ist eine starke Angewohnheit,
dass sich unsere Aufmerksamkeit häufig
auf Urteile, Bewertungen und Interpretationen richtet.
Das führt dazu,
dass wir weniger auf unsere wahren Gefühle achten,
die uns aufzeigen könnten, was wir wirklich brauchen.
Deswegen wissen wir auch häufig nicht genau,
was uns wirklich am Herzen liegt
und können  nicht klar sagen, was wir wollen.
Also bekommen wir auch nicht, was wir eigentlich brauchen,
sind unzufrieden und fangen an zu streiten.

Irgenwie aus "Gewaltfreien Kommunikation (GfK)" nach Marshall Rosenberg

Verregnete Party

50. Wie ich Dir, so ...

Ich denke von Dir, wie ich wünsche,
dass du über mich denkst.
Ich spreche von dir, wie ich möchte,
dass du über mich sprichst.
Ich handle dir gegenüber,
wie ich wünsche,
dass du es mir gegenüber tust.

Autor?

Katamarane

51. Realität

Das Beste, was Weltbilder leisten können, ist,
dass sie sich gegenseitig aushebeln,
so wie man sich einen Dorn
mit Hilfe eines anderen Dorns aus dem Fleisch entfernt.
Danach können sie entsorgt werden.
Wort und Sprache können nur auf Weltbilder angewandt werden,
nie reichen sie an die Realität heran.

Ramesh S. Balsekar

Spuren am Sandstrand

52. Fakten und Theorien

Wenn ich Fakten nicht verstehe,
können nicht diese falsch sein,
sondern ich muss den Fehler in den Theorien suchen,
auf deren Basis ich die Fakten nicht verstehen kann.

Harald Zycha (Organanon der Ganzheit&)

Fußabdruck in schwarzem Sand

53. Komplexität

Die für uns wichtigsten Aspekte der Dinge
sind durch ihre Einfachheit und Alltäglichkeit verborgen.
(ich kann es nicht bemerken -
weil ich es immer vor Augen habe.)
Die eigentlichen Grundlagen meiner Forschung fallen mir nicht auf.

Ludwig Wittgenstein

Schattenspiel im Sand

54. Vergleichen

Das Vergleichen
ist das Ende des Glücks
und der Anfang der Unzufriedenheit

Sören Aabye Kierkegaard

Flusssteine

55. Fragen und Antworten

Man muss den Dingen die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen - und dann Gebären...

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit ...

Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen, und versuchen,
die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher,
die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antwort hinein.

Rainer Maria Rilke (Brief an einen jungen Dichter)

Strömungsmuster im Wasser

56. Geduld

Am Ende wird alles gut.

wenn noch nicht alles gut ist,
ist es noch nicht das Ende.

danke Kristin

Alter Elbtunnel Hamburg

57. Hoffnung

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.

V. Havel

Wasserspiel am Brunnen

58. Akzeptieren

Fünf Dinge, die wir nicht ändern können:

Alles verändert sich und endet irgendwann.

Nicht immer geht alles nach Plan.

Das Leben ist manchmal nicht gerecht.

Leiden gehört zum Leben.

Die Menschen sind nicht immer liebevoll und loyal.

Wenn es uns gelingt, den Widerstand dagegen aufzugeben,
können wir uns befreien und die ganze Fülle entdecken,
die das Leben bietet.

David Richo aus
"Fünf Dinge, die wir nicht ändern können"

Seebrücke Selin, die alte

59. Befreiung

Wirkliche Freiheit besteht darin,
zwischen Reiz und Reaktion einen Moment inne zu halten,
um die Reaktion selbst zu bestimmen.

oder:

Wahre Freiheit ist,
wenn ich mit Freude tue,
Was meine Eltern immer von mir wollten

Autor?

Eschers Würfel nachgebaut

60. Selbstliebe

Ich kann so wenig der werden, der ich einmal war,
so wenig wie eine abgebrannt Kerze
sich wieder zurück brennen kann.

Ich kann so wenig ein anderer werden,
so wenig wie aus einer Sonnenblume eine Rose
oder aus einem Hund eine Katze werden kann.

Ich kann so wenig über mein Leben
mit fremden Gedanken nachdenken,
so wenig ich durch fremden Mund satt werden kann.

Ich muss mich nicht nur mit mir abfinden,
nicht nur mich mir zumuten -
befreunden muss ich mich mit mir,
mich achten und lieben wie meinen Nächsten.

Werner Sprenger

Stonehenge

61. Fortschritt

Unsere Häuser werden größer;
aber was ist mit unseren Familien?
Wir haben die Welt und den Weltraum erobert;
aber was ist mit dem Raum in uns?

Unser Wissen wächst;
unser Urteilsvermögen auch?
Wir haben immer mehr Experten;
aber werden unsere Probleme weniger?
wir fahren, arbeiten, essen schnell;
aber haben wir auch mehr Zeit?
Der Komfort steigt;
aber wie nutzen wir unsere Zeit?

unser Besitz ist immer mehr wert;
aber was ist mit unseren Werten?
wir haben unserem Leben Jahre hinzugefügt;
aber haben diese Jahre auch mehr Leben?

Wir können Atome spalten;
gelingt uns das auch mit unseren Vorurteile?
wir lachen viel;
aber kommt es auch immer von Herzen?

Wir bereisen alle Länder und Kulturen;
aber was ist mit der Tür unseres Nachbarn?

Angepasst nach einem im Internet gefundenes Gedicht

Ente im Wasser

62. Selbstbestimmtheit

Es ist ein unveräußerliches Recht eines jeden,
sein Leben zu verplempern.

Amélie de Montmartre

Auge in Auge mit einer Möve

63. Wirklichkeitsverzerrungen

Ein universales menschliches Problem ist:
Wenn wir nach langem Suchen und peinlicher Ungewissheit
uns endlich einem bestimmten Sachverhalt erklären zu können glauben,
kann unser darin investierter emotionaler Einsatz so groß sein,
dass wir es vorziehen,
unleugbare Tatsachen, die unserer Erklärung widersprechen,
für unwahr oder unwirklich zu erklären,
statt unsere Erklärung diesen Tatsachen anzupassen.

Dass derartige Retuschen der Wirklichkeit
bedenkliche Folgen für unsere Wirklichkeitsanpassung haben können,
versteht sich von selbst.

Paul Watzlawick

verwinkelte Pferde

64. Richtig oder falsch?

Jenseits von richtig und falsch
gibt es einen Ort;
dort werden wir uns treffen.

Dschalal ad-Din al-Rumi

???

65. Vergessen

Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben.
Sie ist böse, gottlos und faul.
Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher,
und es wird ihr niemals gelingen,
unsere Kultur zu erhalten.

Babylonische Schrifttafel (ca. 1000 v.Chr)

verwinkelte Pferde

66. Leben

I'm singin in the rain
Just singin in the rain,
What a glorious feeling,
I´m happy again.
I'm laughing at clouds
So dark, up above,
The sun´s in my heart
And I'm ready for love.

Let the stormy clouds chase.
Everyone from the place,
Come on with the rain
Have a smile on my face.
I'll walk down the lane
With a happy refrain
Just singin
And singin in the rain.

Arthur Freed (1929)
Gene Kelly (1952)

Volcano

Lieber Besucher,

schön, dass Du bis hierher gelesen hast.

Ich sammle schon seit vielen Jahren "Sprüche".
Aber wie das so ist ... man entwickelt sich
und damit verändern aich auch die Dinge, die einen weiter bringen.

So ist irgendwann die Idee geboren
für jede neue kleine Weisheit
eine zu verabschieden.
66 fand ich eine schöne und klangvolle Zahl;
so sind die 66 kleinen Weisheiten entstanden.

Ich hab mir aber die Freiheit erlaubt
den einen oder anderen Text ein bisschen abzuwandeln
(und trotzdem den ursprünglichen Autor zu nennen).
Warum: Weil viele Texte verfasst wurden,
als hätten sie mit dem Autor gar nichts zu tun:
"Du solltest ...", "Die Menschen sind ..." und so weiter.

Wenn ich in der ICH-Form schreibe/ lese, hat das den Charme,
dass ich es ohne Umwege auf mich selbst beziehen kann.
Denn ich bin der Einzige,
an dem ich wirklich etwas verändern kann (leider).

Nebenbei bemerkt:
Wer weiß schon, ob irgendjemand wirklich gesagt hat,
was man ihm zuschreibt;
bzw. mit welcher Absicht und in welchem Kontext usw.
Viel wichtiger ist der Inhalt ... bzw.
das, was es gerade bei mir anstößt.

Liebe Grüße
Rainer

Das was sowas wie ein Disclaimer :-)


Fini


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